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Mann und Frau öffnen gemeinsam ein Paket – Symbolbild für Online-Versandhandel und Umsatzsteuer beim Deemed-Reseller-Modell

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ACHTUNG: Amazon-Händlern drohen doppelte Umsatzsteuerzahlungen

Seit Mai 2026 beobachten wir in der Praxis ein wiederkehrendes Problem bei der umsatzsteuerlichen Behandlung von Amazon‑Transaktionen, das für Händler zu erheblichen steuerlichen und buchhalterischen Abweichungen führen kann.

Sachverhalt: Amazon fordert zunehmend den Nachweis der deutschen USt‑IdNr. und des inländischen Sitzes von Verkäufern. Kann dieser Nachweis nicht in der für Amazon hinreichenden Form erbracht werden, reagiert Amazon nach unseren Beobachtungen nicht mehr nur mit einer bloßen Aufforderung zur Klärung oder einer Ermahnung, sondern setzt bei betroffenen Händlern in den Transaktionsberichten teilweise eine andere steuerliche Darstellung um: Amazon behandelt den Händler vorläufig wie einen im Drittland ansässigen Verkäufer und bildet die Umsätze als fiktive Reihengeschäfte ab. In der Folge tritt Amazon als sogenannter „deemed reseller“ auf.

Amazon-Händler aufgepasst: Doppelte Umsatzsteuerzahlungen durch neue Amazon-Steuerlogik vermeiden!

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Welche Folgen hat die Einstufung als „Deemed Reseller“ für Amazon-Händler?

  • Der Händler wird im Amazon Transaktionsbericht als steuerfrei liefernder Unternehmer dargestellt. 
  • Amazon gilt in als fiktiver Zwischenhändler und weist (bzw. führt) die Umsatzsteuer ab. 
  • Amazon zahlt dem Händler nur den Nettobetrag aus; die Umsatzsteuer wird von Amazon abgeführt. 
  • In den Transaktionsberichten erscheinen betroffene Umsätze mit 0 % Umsatzsteuer oder intern als von Amazon berechnete Umsatzsteuersachverhalte. In manchen Fällen werden sogar Rechnungen mit Steuerausweis erzeugt, während Amazon die Umsatzsteuer übernimmt.

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Diese steuerlichen und finanziellen Risiken entstehen für Amazon-Händler

Risiko 1: Doppelte Umsatzsteuerzahlungen

Es drohen doppelte Umsatzsteuerzahlungen. Besonders kritisch ist die Situation, wenn der Händler seine Ausgangsrechnungen weiterhin mit Umsatzsteuerausweis erstellt oder das ERP-System die Bruttobeträge inklusive Umsatzsteuer bucht. Dann können gleichzeitig Amazon‑Abführung und eigene Umsatzsteuerausweisung/‑buchung stattfinden – mit der Folge einer doppelten Umsatzsteuerbelastung und Differenzen zwischen Buchhaltung, VAT‑Compliance und den Amazon‑Auszahlungen. 

Risiko 2: Abstimmungsprobleme und Liquiditätsengpässe

Weiterhin kann es zu Abstimmungs‑ und Liquiditätsproblemen kommen. Die Differenzen zwischen verbuchten Forderungen/Erträgen und tatsächlich ausgezahlten Nettobeträgen führen zu Abstimmungsproblemen und potenziellen Liquiditätsengpässen. 

Risiko 3: Im schlimmsten Fall droht die Sperrung des Amazon-Kontos

Letztendlich könnten die ungeklärten Nachweise zum Steuerstatus Situation sogar eine Sperrung des Amazon-Kontos nach sich ziehen. Daher ist hier dringender Handlungsbedarf gegeben. 

Was Amazon-Händler jetzt tun sollten 

  1. Nachweisführung gegenüber Amazon prüfen
    Stellen Sie sicher, dass die deutsche USt‑IdNr. und der Sitznachweis in der von Amazon geforderten Form und über die vorgesehenen Upload‑Kanäle hinterlegt sind. 
  2. Amazon-Transaktionsberichte mit der Buchhaltung abgleichen
    Vergleichen Sie regelmäßig die Amazon‑Transaktionsberichte mit Ihren ERP‑Buchungen und klären Sie Abweichungen zeitnah. Achten Sie insbesondere auf Posten mit 0 % Umsatzsteuer oder mit Vermerken zu „deemed reseller“-Sachverhalten. 
  3. Rechnungsstellung und Buchungslogik anpassen
    Vermeiden Sie automatisierte Ausgangsrechnungen mit Umsatzsteuerausweis, solange Amazon die Steuer übernimmt. Prüfen Sie Ihre Fakturierungsregeln und koordinieren Sie diese mit der Amazon‑Darstellung. 
  4. Einen auf Amazon und VAT spezialisierten Steuerberater hinzuziehen
    Spezialisten einbinden: Ziehen Sie bei Unsicherheiten einen auf E‑Commerce/VAT spezialisierten Steuerberater hinzu. Allgemeine Steuerberatung übersieht oft die speziellen Amazon‑ und Marketplace‑Fallen. 
    E-Commerce Steuerberatung
  5. Nachweise und Kommunikation mit Amazon dokumentieren
    Dokumentation: Bewahren Sie alle Nachweise, Upload‑Protokolle und Korrespondenzen mit Amazon auf, um im Prüfungsfall Nachweise liefern zu können.

Fazit: Umsatzsteuerprozesse überprüfen

:Das hier beschriebene Verhalten von Amazon führt zu einer signifikanten Komplexität in der VAT‑Compliance und hat unmittelbare Auswirkungen auf Buchführung, Steuerlast und Liquidität. Händler sollten proaktiv prüfen, ob ihre USt‑IdNr. und Sitznachweise korrekt bei Amazon hinterlegt sind, die Amazon‑Reports mit der eigenen Buchhaltung abstimmen und bei Auffälligkeiten unverzüglich handeln. 

→ Amazon VAT Compliance prüfen lassen

Titelbild von Gustavo Fring auf Pexels.com